Zürich/Berlin - Die Auswertung weiterer Ergebnisse einer in Russland
durchgeführten Studie zur Therapie verschiedener Formen der
Virushepatitis hat nun auch die hervorragende Wirksamkeit von MP-1021
bei der Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C bestätigt.
Nach den bereits bekannt gegebenen ermutigenden Studienergebnissen zur
Behandlung der chronischen Hepatitis B (Pressemitteilung vom
25.07.2007), war die Frage, ob MP-1021 auch bei dem aggressivsten der
bekannten Hepatitiserreger wirksam ist, von besonderer Bedeutung.
Die
nun im Forschungs- und Entwicklungszentrum der MetrioPharm AG in
Hennigsdorf bei Berlin ausgewerteten Studienergebnisse zeigen, dass
MP-1021 die Therapiedauer bei der chronischen Hepatitis C (cHCV)
gegenüber der heute üblichen Standardtherapie erheblich verkürzt und
gleichzeitig die Erfolgsrate signifikant steigert.
In der jetzt
ausgewerteten Studie wurde die Wirksamkeit einer 6-12 monatigen
Standardtherapie bestehend aus Nukleosidanaloga und symptomatischer
Behandlung mit einer Kombination aus Standardtherapie plus MP-1021 bei
Patienten mit chronischer und klinisch manifester Hepatitis-C der
Genotypen 1a und/oder 3a verglichen. Die hier vorgestellten Ergebnisse
beziehen sich auf einen Vergleich von MP-1021- zu Kontrollgruppe nach
50-tägiger Behandlungsdauer.
Untersucht wurde, welche
Auswirkungen diese beiden Therapieformen auf den Verlauf von
Laborparametern und den klinischen Zustand der Patienten haben. Darüber
hinaus wurde der Effekt der Therapie auf wichtige Entzündungsmarker wie
TNF-alpha und Interleukin-1 untersucht.
Bei 78% der Patienten aus
der MP-1021 Behandlungsgruppe kam es zu einer Normalisierung des
Bilirubinwertes und der Leberenzymwerte. Dieses Ergebnis konnte bei
keinem der Patienten aus der Kontrollgruppe erreicht werden.
Bei
86% der Patienten aus der MP-1021 Gruppe kam es zu einer völligen
Remission des klinischen Beschwerdebildes (Müdigkeit, Abgeschlagenheit,
Übelkeit, Gelbsucht) gegenüber lediglich 12% in der Kontrollgruppe.
Auch bei der Kontrolle der entzündungsrelevanten Zytokine zeigte sich
ein signifikanter Vorteil der MP-1021 Kombinationstherapie. So konnte
der IL-1beta Spiegel in der MP-1021 Gruppe auf 38% und der TNF-alpha
Spiegel auf 16,5% der Werte der Kontrollgruppe gesenkt werden.
Nachuntersuchungen
der Patienten im Abstand von 4 und 10 Monaten nach Therapieende
(entspr. ca. 6 und 12 Monaten nach Therapiebeginn) zeigten eine
anhaltende Stabilisierung oder weitere Verbesserung der klinischen
Befunde und Laborparameter in der MP-1021 Gruppe.
„Der
Wirksamkeitsnachweis von MP-1021 bei der Therapie der chronischen
Hepatitis C hat selbst uns in seiner Eindeutigkeit überrascht. Diese
Erkrankung wird in ihrer Verbreitung und Brisanz außerhalb von
Fachkreisen noch weitgehend unterschätzt. Da die bestehenden und
derzeit in der EU zugelassenen Therapieverfahren langwierig, belastend
und bei vielen Betroffenen nicht wirksam sind, gewinnt im Licht dieser
Ergebnisse unser MP-1021 Hepatitisprogramm weiter an Bedeutung.“
kommentiert Dr. Wolfgang Brysch, Präsident des Verwaltungsrates der
MetrioPharm AG die Studienergebnisse.
Über Hepatitis C Infektionen
Die
Hepatitis C Erkrankung wird durch ein auf dem Blutweg übertragenes
Virus verursacht. Es handelt es sich um eine Viruserkrankung die
weltweit vorkommt und eine große medizinische, epidemiologische und
gesundheitsökonomische Bedeutung hat.
Im Gegensatz zur Hepatitis A und B ist keine Schutzimpfung verfügbar.
HCV
ist weltweit verbreitet und 2-3 % der Weltbevölkerung sind chronisch
infiziert. Diese medizinische Verlaufsform bleibt auf Grund der
häufigen Beschwerdefreiheit über Jahre unentdeckt und führt bei
Nichtbehandlung zu lebensbedrohenden Folgeerkrankungen, wie der
Leberzirrhose und dem hepatozellulärem Karzinom.
Experten
schätzen, dass in industrialisierten Ländern 20% der akuten
Leberentzündungen, 40% der Leberzirrhosen, 70-85% der chronischen
Leberentzündungen und 60% der Leberzelltumoren auf das Vorliegen eines
chronischen HCV Infektionsverlaufes zurückzuführen sind.
Für die
medikamentöse Therapie stehen zurzeit zwei Substanzen mit antiviralen
Eigenschaften zur Verfügung: Interferon alpha und Ribavirin. Eine
Einzel- oder Kombinationstherapie ist langwierig und dauert i.d.R.
24-48 Wochen. Trotzdem liegen die Heilungschancen hierbei nur bei 50-75
%. Gerade die Interferontherapie kann mit erheblichen Nebenwirkungen
einhergehen. Erschwerend hinzu kommt die Kontraindikation bei
bestehenden Begleiterkrankungen wie z. B. Leberzirrhose im
fortgeschrittenen Stadium und Autoimmunerkrankungen.
Über die Metriopharm AG
Die
Metriopharm AG ist ein Biotechnologie Unternehmen, das innovative
Medikamente gegen Infektions- und Entzündungskrankheiten entwickelt.
Moleküle aus der Entwicklungspipeline der Metriopharm AG, die zur
patentierten Wirkstoffklasse MP-1000 gehören, können bei
unterschiedlichsten infektiösen und entzündlichen Erkrankungen
eingesetzt werden. Das breite Wirkungsprofil der Stoffklasse MP1000
wird dadurch erklärt, dass die biochemischen Interaktionen an einem
zentralen Mechanismus des Immunsystems, den Makrophagen, stattfinden.
Hyperaktivierte Makrophagen sind ein zentraler Faktor bei der
chronischen Verlaufsform vieler infektiöser -, entzündlicher - und
autoimmuner - Erkrankungen. Eine effektive Hemmung der überschießenden
Makrophagenaktivierung stellt eine neuartige und hocheffektive
Therapiemöglichkeit dar.
Quellen: Robert Koch Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 15, Hepatits C